Newsletter Valentinesday 15

Happy Valentines-Day auf Soizburgerisch oder der Faschingsumzug! 14. Februar 2015

Man kann seinen Familiennamenstag auch so verbringen!

Samstag früh, 5.20 Uhr, einige "verrückte" Hunde meinen, vielleicht, weil auch sie angeblich Namenstag haben, schon aufstehen zu müssen und die Obergurine muss natürlich mit. Geht ja auch, wenn man um 9 schon selig schläft. Meinereiner denkt sich, sollns doch aufstehn, kannst ja noch schlafen bis um 7, um halb acht war ausgmacht, fahrn ma noch Soizburg zum Studentenumzug, Christian und ich. (Zur Info: Unser Michael studiert seit Oktober in Salzburg und wechselt die Wohnung wegen Unstimmigkeiten in der WG!) Dann liegt man im Bett, und denkt nach, wos ma alles mitnehma muss, was ma ned vergessn darf, und denkt, dass man eigentlich nix denga soid, wen ma no schlafa wui. Des macht ma so lang, bis ma denkt, ma kann nimma schlaffa und steht auf. Das Auto scho brechend voi beim umefahrn, weil de Oma und Mama am Tag zuvor beim einkaufen warn, und sich ausdenkt ham, wos da Bua im fremden Land ois braucha könnte in der neuen Wohnung.

Dann fahrst aufpackede Möchtegernschifahrer im Nebel nach und konnst ned überhoin. Sie kennan wahrscheinlich grod no 80ge fahrn, weil der Riesendachkoffer so vui Wind fangt. Dann der erste Lichtblick am Valentinstag, die Sonne kommt durch den Nebel in Soizburg. Angekommen an der neuen Wohnung, da erste seelische Dämpfer, trotz 100maliger Anmahnung durch die Mama, hams es ned zammbrocht auf 3 Wochan, des Klingelschild am Postkasten mit ihren Namen zu beschriften. Macht ja nix, sie warten ja nur auf wichtige Post vom Makler oder von der Uni. Ja wenigstens wach is a scho. Dann des erste moi ca. 2 Kubikmeter Autoinhalt in 2. Stock über Treppn nauf. Dann in der oidn Wohnung keine Überraschung (Man hod ja nur die kitzekleine Hoffnung, er kannt ja scho wos eipackt und zammgrammt ham!), man muas erst den Schrank ausramma, dass man abbaun kann und den Boden einigermaßen oide Sockan und Spielkonsolenfrei macha, dass man sich bewegen kann. De großen Schrankteile, übrigens sauschwer und unghampert, über Treppen obe ins Auto nei, grod no bassns eine, hintn die Heckklappen muas off bleim und beim fahrn sitzt da Bua, der größer ois i is, auf mein Schoß aufn Beifahrersitz, dass se mei Oberschenkel noch da dritten Kurven scho ofühlt wia Marmalad. So gäds durch Soizburg, de japanischen Touristen schaun de blöd an und Gottseidank hams im österreichischen Polizeiposten, an dem ma direkt vorbei gfahrn san, wahrscheinlich grod Brotzeit gmacht. Parkt an der Wohnung, dann steigt da Miche glei in a Hundescheiße ei, de schweren Teile über Treppen aufe, glei a moi an Schrank zammbaut, weil ma ja sunst koan Plotz für des andere Zeig ham. Des erste Seitenteil aufgstoid, Himmeherrschaftszeitn, der Schrank is zu hoch, do san de Zimmer ned so hoch. Es feit um 3 cm, kurzer Moment der Verzweiflung, alle Möglichkeiten durchgecheckt, zum abschnein koa Werkzeig dabei, mit hoam nehma geht a ned, weil ma ned 150 km mit offener Heckklappn und vorn zu dritt fahrn ko. Also Entschluss, Schrankteile in Kellerabteil einlagern. Kellerabteil klein, mit Lattenverschlag, kleine Türe! Schwere Schrankteile wieder die Treppe runter und mit Müh und Not ins Kellerabteil. Zweite Fahrt: Nur mit logistischem Sachverstand und mehrmaligem Umräumen geht alles ins Auto, auf keinen Fall kommt eine dritte Fahrt in Frage. Nach mehrmaligem Checken der alten Wohnung und Saugen von Michels Raum habe ich die berechtigte Hoffnung, hier das letzte Mal gewesen zu sein. Mit Caddy-Schwertransporter wieder zu dritt vorne, Gottseidank sind wir drei Valentinmänner ja für so enge Aktionen gebaut, durch die sonnige Stadt. Nach diversen Schwierigkeiten der üblichen Art, z. B. Schrauben suchen beim Kastl zammbauen, ärgern über dämliche Gebrauchsanweisungen, Finger einzwicken beim Schrank verschieben, montieren von Springrollos an Fenstern, die eigentlich ned gscheid bassn, suchen eines Schalters im Dunstabzug, der nicht da ist, kommt man gut voran. Dazwischen fuhr ich Michels Mitbewohnerin Anne zum Bahnhof und Miche wollte bei dieser Gelegenheit am Samstag nachmittag um 5 seine Bücher in die Unibibliotheken zurückbringen, weil er ja selbstverständlich vorher dafür keine Zeit gehabt hat. Mit dem Auto verbotswidrig in Fußgängerzonen in Soizburg zu fahren in Mitten größerer Touristenströme, nur um festzustellen, dass die Bibliothek schon zu hat, gehörte schon immer zu meinen bevorzugten Vergnügungen. Nachdem ich noch unseren Elektroingenieur (Christian) mit dem Hammer beim Lampen installieren unterstützt hatte, kam langsam Licht ins Dunkel und draußen wurde es schon finster. Meine beiden Söhne wurden schon ungeduldig, da ich noch diverse Anweisungen zwecks Aufräumen machte. Ich sagte Ihnen, sie sollten sich vorstellen, ihre Mama sei hier, was unweigerlich noch zu größeren Putz- und Umbaumaßnahmen geführt hätte, dann waren sie wieder zufrieden. Um halb acht Uhr abends gings dann wieder mit einem Auto voller Müll und unbrauchbaren von der Mama gut gemeinten Accessoires in Richtung Heimat. Dann nochmal zur alten Wohnung, weil er seine Kontaktlinsen im Bad vergessen hat. In meinem Hinterkopf braute sich noch ein Bild von einer Einkehr mit schönem Essen und kühlem Bier zusammen, das sich aber nach Rücksprache mit meinen Söhnen in Luft auflöste. Sie hätten keinen Hunger und hätten daheim eigentlich noch einiges vor, so könnten wir, natürlich nur, wenn es mir nix ausmacht, gleich durchfahrn. Mir machte es nix aus, is ja klar. Daheim noch schnell den Müll aus dem Auto und dann in ein heißes Bad und a halbe Bier.

So hab ich mir einen Valentinstag immer schon vorgestellt, oder wüsstet ihr etwas besseres!

Vui Spass no im Restfasching!

Euer Cotrainer